Windstill in Berlin

Eine richtige Bewegung kann eine falsche sein: Heute Morgen habe ich mich beim Aufstehen auf den linken Arm gestützt und die Schmerzen in der Schulter ließen mich zurückfallen. Auch der richtige Arm kann manchmal der falsche sein. Da die Schmerzen nicht nachließen, habe ich mir heute freigenommen. Zum Glück habe ich keine fiesen Kollegen, die denken könnten, ich würde den Montag blau machen.

Den Tag habe ich auf dem Balkon verbracht. Unser Balkon ist klein und quadratisch. Da wir oben wohnen (das ist hier das 2. Obergeschoss), ist über uns nur der Himmel. Wir haben von morgens neun bis nachmittags fünf Sonne. Und ich finde es toll. Mein Freund stöhnt unter der Hitze – die Wohnung heizt sich im Laufe des Tages ganz schön auf.

An den Pappeln und Linden regte sich kein Blatt. Die Nachbarin, die auch den Vorgarten pflegt, versorgt auch die umliegenden Bäume mit Wasser. Wir haben auf dem Balkon einen kleinen Eichenbaum, der vor vier Jahren aus einem stehen gelassenen Blumentopf spross. Den versorge ich mit Wasser und er spendet sogar schon ein bisschen Schatten. Auch seine Blätter blieben still – außer wenn sich ein Spatz oder eine Meise auf einen kleinen Ast niederließ.

Ich habe den ganzen Tag in der Windstille gesessen. Eigentlich hatte ich lesen wollen, aber ich habe einen ganzen Tag einfach nur dagesessen und Mauersegler in ihrem waghalsigen Flug zugeschaut.

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