Hokuspokus

Manchmal packt mich die Nostalgie nach den Filmen, die Sonntagnachmittags im Fernsehen liefen. Gerade wenn es mir nicht besonders gut geht, schaue ich mir die Filme gerne an. Heute war „Hokuspokus“ von 1953 dran. Ich mag die Komödien von Curt Goetz: „Das Haus in Montevideo“ oder eben „Hokuspokus“.

1930 wurde „Hokuspokus“ mit Lilian Harvey und Willy Fritsch zum ersten Mal verfilmt (zusammen mit der englischen Fassung „The Temporary Widow“, in der Lilian Harvey mit Laurence Olivier in seinem ersten abendfüllenden Film spielte). Zum dritten Mal wurde „Hokuspokus“ 1966 mit Heinz Rühmann und Liselotte Pulver auf die Leinwand gebracht (Regisseur wie 1953: Kurt Hoffmann). Ich kenne alle vier Filme und finde den von 1953 mit Curt Goetz und Valerie von Martens am besten, weil er auch in den Nebenrollen – z. B. mit Erich Ponto – gut besetzt ist.

„Hokuspokus“ ist eine Gerichtskomödie, in der eine Witwe des Mordes an ihren Mann angeklagt ist. Wenn Curt Goetz als Verteidiger Peer Bille die Nachbarin (Elisabeth Flickenschildt) befragt – das ist für mich der Höhepunkt: Die Zeugin sagt aus, dass die Witwe Besuch von einem Mann hatte und dass sich die beiden küssten. Sie konnte nur die Schatten sehen, die nach dem Kuss verschwanden. Sie habe noch gewartet, aber hätte nichts mehr sehen können. Auf die Nachfrage, ob das alles gewesen sei, meinte sie, es habe ihr gereicht. Worauf der Verteidiger sie entlarvt, denn sie habe ja schließlich noch gewartet und weiter zum Nachbarhaus gesehen.

Mich erinnert die Szene immer an den „Zerbrochenen Krug“ von 1937, in dem Elisabeth Flickenschildt „Tante Brigitte“ spielt und mit der Perücke in der Hand dem Dorfrichter auf die Pelle rückt. Oh, jetzt weiß ich, was ich mir am Dienstag ansehe, aber erst noch ein schönes Zitat von Cutt Goetz (nicht aus „Hokuspokus“):

Wenn man ihm (dem Publikum) nur die Wahl läßt zwischen Schund und literarischem Geniekotzertum, wird es mit Recht den Schund wählen.

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