Paul Celan: Die Krüge

Für Klaus Demus

An den langen Tischen der Zeit
zechen die Krüge Gottes.
Sie trinken die Augen der Sehenden leer und die Augen der Blinden,
die Herzen der waltenden Schatten,
die hohle Wange des Abends.
Sie sind die gewaltigsten Zecher:
sie führen das Leere zum Mund wie das Volle
und schäumen nicht über wie du oder ich.

Der Briefwechsel zwischen Paul Celan  und Klaus Demus ist 2009 bei Suhrkamp erschienen. Wie auch in dem Briefwechsel mit Ingeborg Bachmann („Herzzeit“, Suhrkamp) blättere ich ganz gerne darin herum.

Das Gedicht „Die Krüge“ hat Celan 1949 geschrieben und seiner Freundin geschickt mit dem Bemerken, dass er es „dem kleinen Klaus“ schenken werde, aber dass es zuerst – wie alle Gedichte – ihr gehöre.

Celan lebte seit 1948 in Frankreich und fühlte sich sehr einsam. Das änderte sich erst 1951, als er seine spätere Frau kennen lernte.

Der Name „Celan“ wird nicht französisch ausgesprochen, sondern deutsch:mit Betonung auf der ersten Silbe.

 

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