Hat Martin Schulz etwas gegen Frauen oder nur gegen die SPD?

Martin Schulz lässt kein gutes Haar an den SPD-Ministerinnen: Reformen beim Arbeitslosengeld II (bisherige Bundesarbeitsministerin Nahles), sichere Renten (bisherige Bundessozialministerin Nahles), gleicher Lohn für Männer und Frauen (bisherige Bundesarbeitsministerin Nahles, bisherige Bundeswirtschaftsministerin / gewesene Parlamentarische Staatssekretärin Zypries und bisherige Bundesfrauenministerin Schwesig), Betreuungs … äh … Familiengeld (bisherige Bundesfamilienministerin Schwesig).

Bisherig? Klar, wenn Martin Schulz erst einmal Bundeskanzler ist, dann macht er alles alleine: Martin Schulz ist seine eigene Ministerin!

Darum knöpft er sich vielleicht auch eine SPD-Ministerin nach der anderen vor. Eigentlich ist es kein Wunder, sind es doch die Ministerien, die sich die SPD aus tiefster sozialdemokratischer Seele nach der letzten Bundestagswahl gewünscht hat. Keine andere Koalitionspartei hat sich dermaßen ausgiebig am Ministeriumsbüffet bedient. Dass Vieles in diesen Ministerien im Argen liegt, haben wir ja schon lange geahnt. Dank Martin Schulz wissen wir es nun. Und wer – wenn nicht der Bundesvorsitzende der SPD – darf die Kritik an den eigenen Politikerinnen so öffentlich und ungestraft zur Schau stellen? Wir würden es Seehofer nie verzeihen, wenn er einer CSU-Politikerin nach der anderen so ein umfassendes Versagen in jeglicher Sache vorwerfen könnte.

Natürlich wissen wir auch, dass es nur die CDU und – allen voran – die Bundeskanzlerin sind, die es den SPD-Ministerinnen unmöglich machten, sozialdemokratische Politik durchzusetzen. Zugegeben, im Vergleich zu ihren Vorgängern hat Merkel ihren Ministern einen breiten Spielraum für eigenes Wirken gelassen: Kohl ließ keine Gelegenheit aus, seine Meinung den Ministern aufzudrücken, und Schröder musste jede Entscheidung mit der „Kanzlerfrage“ verbinden (und mitansehen, wie – gefühlt – 100 Minister ihr Amt aufgaben). Die Merkel hat machen lassen (was SPD-Geschäftsführerin Barley ihr bei jeder Gelegenheit genüsslich unter die Nase reibt) und das Ergebnis ist, dass die SPD ihre Politik nicht durchsetzen konnte …

Aber jetzt kommt der Martin Schulz und sagt erst einmal, wo es langgeht: Ein Kanzler muss ein Machtwort sprechen. Ein Kanzler muss den Frauen sagen, was sie tun sollen. Ein Kanzler muss ein richtiger Mann sein!

Dass Martin Schulz ein richtiger Mann ist und zum SPD-Kanzler taugt, beweist er, indem er Wahlkampf gegen die SPD macht.

 

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