Gerechtigkeit: Schwules Blut für alle!

Nachdem die SPD eine Debatte über „Gerechtigkeit“ losgetreten hat und jeder sich irgendwie auch ungerecht behandelt fühlt, kann man sich getrost dieser Ungerechtigkeitsthemen zuwenden.

Der Europäische Gerichtshof hat bereits am 29.04.2015 geurteilt (keine Angst, ich „übersetze“ im Anschluss an das Zitat):

Nr. 2.1 des Anhangs III der Richtlinie 2004/33/EG der Kommission vom 22. März 2004 zur Durchführung der Richtlinie 2002/98/EG des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich bestimmter technischer Anforderungen für Blut und Blutbestandteile ist dahin auszulegen, dass das in dieser Bestimmung enthaltene Kriterium für einen Ausschluss von der Blutspende, nämlich das Sexualverhalten, den Fall erfasst, dass ein Mitgliedstaat im Hinblick auf die in diesem herrschende Situation eine dauerhafte Kontraindikation bei Blutspenden für Männer vorsieht, die sexuelle Beziehungen zu Männern hatten, wenn aufgrund der derzeitigen medizinischen, wissenschaftlichen und epidemiologischen Erkenntnisse und Daten feststeht, dass ein solches Sexualverhalten für diese Personen ein hohes Übertragungsrisiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten birgt und dass es unter Wahrung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit keine wirksamen Techniken zum Nachweis dieser Infektionskrankheiten oder mangels solcher Techniken weniger belastende Methoden als eine solche Kontraindikation gibt, um ein hohes Gesundheitsschutzniveau der Empfänger sicherzustellen. Es ist Sache des nationalen Gerichts zu beurteilen, ob diese Voraussetzungen in dem betreffenden Mitgliedstaat erfüllt sind.

Ein Mitgliedsstaat der EU kann demzufolge dafür sorgen oder es zulassen, dass Männer, die mit Männern Sex haben, von der Blutspende ausgeschlossen werden. Es muss unverhältnismäßig sein, dass statt des Ausschlusses von der Blutspende Techniken eingesetzt werden, um die Blutspende auf HIV zu untersuchen.

Wäre es nicht gerecht, alle Blutspendeorganisationen aufzufordern, die technischen Voraussetzungen zu schaffen, um das Blut eines jeden Spenders auf HIV zu untersuchen?

Aber da geht ein leichtes Schaudern durch die heterosexuelle Mehrheit: Schwules Blut? HIV positiv? Nee!

Na, gut, wenn ihr mein Blut nicht wollt, kriegt ihr auch nicht meine Organe. Beschafft euch Rückenmark und Leber bei euresgleichen.

 

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Ein Gedanke zu “Gerechtigkeit: Schwules Blut für alle!

  1. In einem Forum hatte ich darüber auch schon eine Diskusion. Das Kriterium kann ja nur die Anzahl der Partner sein und nicht die Ausrichtung. Aber letztlich, dann eben nicht.

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